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Die Proact Geschichte

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Die Zeit laeuft! Als ich mich hinsetzte, um einen kurzen Abriss ueber die Anfaenge und die Entwicklung von PROACT zu schreiben, wusste ich noch genau WIE es begonnen hatte - aber WANN? ICH hatte es vergessen - aber der Computer vergisst nie.

Die Anfaenge

Im Herbst und Winter 2000/2001 gewann die Kampagne gegen die 'Ebner Initiative' - ein Versuch der Jagdlobby, die EU-Vogelschutzrichtlinie zu untergraben, und die Jagd auf Zugvoegel den Launen der einzelnen Mitgliedslaender zu ueberlassen - an Boden. Mich erfasste eine Euphorie dagegen zu powern und Protestmails zu verfassen - bald kaempfte ich mit an vorderster Front. Die eigenstaendigen Nachforschungen haben mich fasziniert - ich hatte Blut geleckt.

Mir waren die vielfaeltigen Moeglichkeiten der Nutzung von Internet und Email grundsaetzlich bewusst, aber es zu einem speziellen Zweck zu benutzen, mit der Moeglichkeit, gleichzeitig eine Vielzahl von Einzelpersonen und Gruppen zu erreichen, war relatives Neuland. Ich verfolgte Links ueber den ganzen Globus, endete in Sackgassen oder in buerokratischen Labyrinthen, die alle entmutigen sollten. Aber sie haben nicht mit dem Spuerhund in mir gerechnet! Meine frueheren Erfahrungen und meine Talente als Generalstabsoffizier (Einsatz und Planung) sagten mir, dass diese weitgehend unbekannte Fundgrube und die Moeglichkeit, Informationen schnell (in Echtzeit) vom Bueroschreibtisch oder von zu Hause aus ueberall in der ganzen Welt zu verbreiten eine wirksame 'Waffe' fuer gute und schlechte Zwecke sein kann.

Ein Mitstreiter in der Kampagne gegen Ebner, James Barton aus Cambridge, Mass./USA, klaerte mich ueber die Nutzung von Mailing-Listen fuer solche Kampagnen auf. Die Mitglieder, obwohl meistens wohlwollend gegenueber Beitraegen zum Vogelschutz, nehmen es uebel, wenn 'Ihre' Liste mit solchen Meldungen ueberflutet wird. Man sollte sich auf eine einzige informative Mail beschraenken. James ermutigte mich, ueber eine unabhaengige Alternative nachzudenken, um Birder und Vogelschuetzer zur Mitarbeit zu motivieren. Ein wertvoller Rat James - vielen Dank.

Der erste Schriftwechsel hatte den Schutz der slowakischen Karstlandschaft zum Thema und begann Ende Januar dieses Jahres - 2001. Peter Mandzak, ein in Hamburg lebender Slowake und GermanBirdNet-Abonnent, hatte meinen Einsatz bei der Ebner-Mail-Kampagne positiv registriert und fragte mich, ob ich bereit sei, entsprechende Unterstuetzung auch gegen die Ausbeutung der natuerlichen Ressourcen seiner Heimat, der Slowakischen Karstlandschaft, die insbesondere auch die Lebensraeume fuer Voegel betrifft, zu mobilisieren. PROACT war geboren.

Die Details ueber die Slowakei- und nachfolgende Kampagnen koennen auf der PROACT-Homepage und den nachgeordneten Links nachgelesen werden.

Meine ersten zu diesem Thema veroeffentlichten Worte waren:

"Die Idee zu [PROACT] ... hatte ich nach der erfolgreichen E-mail-Protestaktion gegen die Ebner-Deklaration.

Es scheint, dass es sehr viele Birder und andere Personen in ganz Europa und darueber hinaus gibt, die ihren Protest lieber persoenlich, parallel zu den offiziellen Stellungnahmen der grossen Naturschutzverbaende und ihren Anhaengern, aeussern wollten. Es ist auf jeden Fall einen Versuch wert!

Der Wert und die Weiterentwicklung dieser Idee ist von Euch Eurobirdern und anderen Interessierten abhaengig, denn Euch liegt ja der Schutz unserer Umwelt am Herzen! Auch wenn Verbesserungen nur schwer erreichbar sind, koennen wir zumindest versuchen, weitere Verschlechterungen aufgrund menschlicher Aktivitaeten und Einfluesse zu verhindern.

Wir koennen zwar die Welt nicht veraendern, aber, als kleine und wachsende Lobby mit modernen Kommunikationsmitteln versuchen, buchstaeblich mit den Fingerspitzen, das Geschehen zu beeinflussen."

Wo stehen wir jetzt ?

Zehn Monate spaeter, wo PROACT mehr als 280 Mitglieder aus fast 30 Laendern** hat, staune ich ueber meinen eigenen 'Weitblick'. ;-)

Aber im Ernst: es ist wirklich ermutigend zu sehen, wie viele Personen bereit sind zu handeln und sich registrieren zu lassen - und ich koennte leicht noch einmal 200 Leute aus vielen anderen Laendern aufzaehlen, die sporadisch die eine oder andere Kampagne unterstuetzt haben. Sehr ermutigend und leider auch bitter noetig.

Im Sommer 2001 merkte ich, dass ich nicht laenger alles alleine schaffen konnte. Ich benoetigte Hilfe, um die PROACT-Qualitaet (professionelle Nachforschungen, schnelle Reaktionen, beharrliches Weiterverfolgen, Rueckmeldung an die Mitkaempfer und Korrespondenz mit einer wachsenden Mitgliederzahl) zu erhalten. Am Anfang brauchte ich nicht lange zu suchen. Peter Mandzak in Deutschland begleitete mich bei den Geburtswehen und in den ersten Stunden und Tagen der 'Slowakei'-Kampagne. Mit von Anfang an an Bord ist Bo Beolens (UK) <The Fat Birder> mit unschaetzbarer moralischer und unermuedlicher praktischer Unterstuetzung. Es war Bo, der mich davon ueberzeugte, dass wir verstaerkt auf unser aeusseres Erscheinungsbild Wert legen sollten. Es ist zwar nicht ganz fair, einzelne Personen besonders hervorzuheben, aber ohne David Camilleri (NYC und Ghawdex) waere unsere Malta-Kampagne nicht so farbig und informativ gewesen; Jan-Joost Bouwman in den Niederlanden entwarf die Aufgabenbeschreibungen fuer die nationale Zusammenarbeit. Neu zu erwaehnen ist Lars G. R. Nilsson aus Schweden, der, nachdem er ueber 100 schwedische Landsleute fuer uns gewonnen hat, sehr bescheiden den Posten als skandinavischer Koordinator angenommen hat. Viele andere - einige davon wollen anonym bleiben - leiteten Informationen im Namen von PROACT an nationale Mailing-Listen weiter, stellten unschaetzbare lokale Informationen zur Verfuegung, boten Uebersetzungen in viele europaeische Sprachen an oder gaben wertvolle Anregungen.

Warum PROACT ?

Ich nehme an, die meisten Mitglieder und Mitarbeiter sind oder waren genau wie ich Mitglieder von grossen Organisationen wie Greenpeace, WWF, Birdlife-International, NABU und so weiter. Also warum ueberhaupt bei PROACT mitmachen? Ich moechte das wie folgt begruenden:

- Gefaehrdungen von Voegeln und ihren Lebensraeumen sowie anderer natuerlicher Ressourcen unseres Planeten gibt es staendig. Sie muessen daher schnell erkannt und thematisiert werden, denn ihre Auswirkungen auf die Umwelt sind meist verheerend und nicht reversibel.

- PROACT ist eine moderne, international und effizient ueber das Internet agierende Gruppe von Lobbyisten, die gut organisiert auf spezielle Umweltgefaehrdungen reagieren koennen.

- PROACT handelt schnell ohne an verbandsinterne Politik oder Interessengruppen gebunden zu sein.

- PROACT ist finanziell unabhaengig. Wir koennen daher klar, fest und eindeutig Position beziehen.

- PROACT Mitglieder sind Vogel- und Naturliebhaber. Die Nutzniesser sind die Voegel und die ganze Natur. Sie - und falls wir erfolgreich sind, auch unsere Enkel und deren Kinder - sollen von unserem Einsatz profitieren.

- Das Engagement von PROACT hat bereits zu Anfangserfolgen gefuehrt, die auf der kurzen Reaktionszeit und der Flexibilitaet der Organisation, unterstuetzt durch das Internet, basieren.

Die Prinzipien von PROACT

Unser erklaertes Ziel ist es, Hilfe fuer bestimmte Umweltschutzinitiativen und Umweltprobleme in Europa und den angrenzenden Regionen zu leisten. Wir wollen die Mitkaempfer mobilisieren und ihr kollektives Engagement organisieren und koordinieren.

Wir wollen das zunaechst auf folgendes beschraenken:

- Unsere Kampagnen konzentrieren sich in erster Linie auf die Abwendung von Gefahren fuer Voegel und ihre Lebensraeume. Positive Auswirkungen auf andere Lebensformen werden sich fast immer daraus ergeben.

- Geografisch wollen wir uns auf Europa und die angrenzenden Regionen beschraenken.

- Die einzelnen Kampagnen sind oertlich und zeitlich begrenzt und zielen auf optimale Wirkung ab. Die Teilnehmer werden staendig ueber die Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten.

- Alle Kampagnen sollen auf umfangreichen Einzelfallanalysen und Vorrecherchen basieren. Eine enge Zusammenarbeit mit Naturschuetzern vor Ort ist die unerlaessliche Voraussetzung, um taetig zu werden.

- ALLE OBEN GENANNTEN RICHTLINIEN KOENNEN UND WERDEN IN DRINGENDEN FAELLEN KORRIGIERT.

- PROACT leistet keine Unterschriften unter Kettenbriefe, denn wir wollen keinesfalls nur Statisten bei internationalen Kampagnen sein.

Kooperation und Koordination

Derzeit ist es unsere Strategie (und es gibt auch keine Plaene, daran in Zukunft etwas zu aendern), lokale Umweltverbaende zu unterstuetzen, wenn wir darum gebeten werden - eine Art Feuerbrigade oder 7. Kavallerie. Wir haben weder die finanziellen MIttel noch die Kapazitaeten, eigene Kampagnen in Gang zu setzen. Da sind die grossen Umweltverbaende gefordert. Wir versuchen kleine Loesungen fuer weniger ins oeffentliche Bewusstsein gedrungene Probleme in unserem geografischen Operationsgebiet zu finden.

Wir sitzen (noch) nicht mit anderen Beteiligten am Konferenztisch, aber wir stellen sicher, dass sie ueber unsere Aktivitaeten informiert sind. Wir wollen das Salz in der Suppe sein und Dinge anstossen, wenn sie ins Stocken geraten sind. Wir streben an - aber das haengt von den persoenlichen Mitteln und der Verfuegbarkeit der involvierten Personen ab - die Problemgebiete persoenlich zu besuchen und uns aus erster Hand zu informieren. Falls das nicht moeglich ist, wird eine 'Hotline' zu dem betreffenden Thema eingerichtet.

Lokale Empfindlichkeiten werden weitgehend beruecksichtigt, dennoch ist es manchmal unvermeidlich, den Grossen (BirdLife etc.) auf die Fuesse zu treten obwohl das nicht in unserer erklaerten Absicht liegt. Wir versuchen eher die Arbeit dieser Organisationen zu ergaenzen. Noch einmal: die Nutzniesser sollen die Voegel und die Umwelt sein. Amtliche und ehrenamtliche Natur- und Umweltschuetzer sind noch immer ueberall in der Minderheit. Durch gezielte Oeffentlichkeitsarbeit wollen wir unsere Mitmenschen aufklaeren und moeglichst viele wachruetteln.

Die grossen Organisationen verfuegen ueber ein umfangreiches Budget, lange Mitgliederlisten und Hochglanz-Magazine. Sie haben die Sorge um die Umwelt hoffaehig gemacht und fuehren fantastische Aktionen ueberall in der Welt durch. Aber niemand hat das Monopol auf die Natur! Vor allem sollten wir das nicht der Industrie und auch nicht den Politikern ueberlassen! Wir alle sollten unseren Part uebernehmen, als Einzelpersonen, in kleinen Gruppen wie PROACT oder in den grossen Verbaenden (und natuerlich alles gleichzeitig).


Derzeit beschraenken sich unsere Aktivitaeten auf Europa, dort wo es begonnen hat und wo wir die meisten Mitglieder haben. Aber mit dem Anwachsen der Mitgliederzahl aus anderen Teilen der Welt und mit dem Uebermass an Problemen fuer Voegel und ihre Lebensraeume rund um den Globus muessen wir moeglicherweise frueher oder spaeter "unsere Fittiche weiter ausbreiten". Wir haben die Hoffnung, dass wir gleichgesinnte regionale Gruppen finden, mit denen wir kooperieren und denen wir unsere Unterstuetzung anbieten koennen. Eins ist sicher: wir selbst werden dauerhaft auf umfangreiche praktische Unterstuetzung angewiesen sein.



David Conlin
PROACT Coord

Uebersetzung: Ingrid Balzer, Hamburg

** 411/39 Laender 03.2002

Proact © David Conlin 2001